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Marokko Herbst 2004, der zweite Besuch

Dieses mal sollte einiges anders werden, zu Anfang stand die Entscheidung dieses mal nicht die Fähre Almeria - Nador, sondern Sete - Tanger zu verwenden, dem ich in
Zukunft immer den Vorzug geben werde. Mal die objektiven Fakten im Vergleich

gemessen von Frankfurt aus (Hin und zurück)

                            Almeria        Sete
Strecke               4200km        2100km 
Verbrauch           600l              300l
Maut                   € 250,-         € 110,-
Hotel                   € 200,-         -
Essen                  € 100.-         - 
Zeit (Anreise)      2 Tage          1 Tag
Kosten Schiff      € 450,-         € 1.250,-

Gesamt                € 1540.-      € 1.630,-

Hotel und Essen sind sicherlich beeinflussbar, die Kosten des Diesel rechne ich mit € 0,90, die Anreise bezieht sich auf die Fahrt zum Hafen, bei den Schiffskosten gehe
ich immer von Komfortkabine aus.
Man sieht, die reinen Kosten halten sich ungefähr die Waage (wenn Autos nur Diesel brauchen), allerdings sind 40 Stunden auf dem Schiff deutlich entspannender als
nochmals 1200km auf der Autobahn mit irgendwo übernachten. Nimmt man Midelt als Ausgangspunkt in Marokko, spielt die etwas weitere Fahrt von Tanger keine Rolle.


Zur Strecke:

Die zugehörige TTQV Datenbank inkl. des Tracks, Routen und der Punkte zum download (ca. 1,2 MB)

 

Tag 1 - Fahrt von Frankfurt nach Sete (1030km)

Die Genehmigung für die Einfuhr der GPS (die keinen Menschen interessiert hat) kam in letzter Sekunde, deshalb um 19.30 noch ein kurzer Besuch in der Bank. Danach
ging es weiter, auf der Strecke von Frankfurt nach Sete war heftiger Regen mein ständiger Begleiter

       

Die riesige Sonnenuhr steht an der Autobahn kurz hinter Avignon, Sete ist ein sehr hübsches Städtchen.


Tag 2 - Seetag

Von einem Tag auf dem Schiff gibt es wenig zu berichten, wichtig ist halt daß man genug zum lesen dabei hat. Das Essen ist gut (Vollpension)

 

Die Komfortkabinen habe Dusche und sind für das Alter der Schiffes in gutem Zustand, beim Felsen von Gibraltar mußte ich sofort an "Smiert Spiones" denken.


Tag 3 - Ankunft in Tanger und Fahrt nach Midelt

Die Zollformalitäten am Hafen in Tanger gingen absolut problemlos, wir waren nach ca. 45 Minuten schon auf der Fahrt nach Midelt, daß wie im Frühjahr als
Ausgangspunkt dient. Als hätte es auf dem Hinweg noch nicht genug Regen gegeben, mußte sich das auch noch wiederholen. Wie auch immer, in Midelt haben
wir wieder in der Auberge de Jaafar ( N32 38,702 W4 46,335) gecampt.

     


Tag 4 - Midelt über Missour nach nach Talsinnt

Midelt nach Missour waren 100km Teerstraße, nicht sehenswertes, in Missour ließ sich leider dank Ramadan keinerlei Brot auftreiben. Der Pistenanfang in Missour ist
leicht zu finden, man fährt einfach dem Wegweiser "Talsinnt" nach

       

Die Strecke Talsinnt - Missour ist sehr schön zu fahren, nette Strecke zum Einstieg, in den Dörfern betteln die Kinder allerdings sehr aggresiv. Geschlafen haben wir auf
einer einer nicht einsehbaren Piste die zu ein paar Felder führte. Die Nacht war absolut windstill, im Gebirge sicher selten, dafür hat es wieder geregnet. Morgens gab es
interessante Insekten zu sehen.
Die Piste ist im übrigen kaum befahren, wir sahen keinerlei Autos oder frische Spuren.


Tag 5 und 6- Talsinnt über Tazougouerte und Boudnib nach Merzouoga

Nachdem wir im Talsinnt waren haben wir beschlossen die Piste nach Tazougouerte mit der Überquerung des Col du Bekassem zu nehmen. Wir hatten zwar keine
Koordinaten aber immer Richtung Südwesten zwischen 2 Bergrücken ist navigatorisch nicht sonderlich schwer. Die Strecke ist sehr schön zu fahren, gute Piste, nette
Landschaft, der Ausblick von der Passhöhe ist super, die Piste an dieser Stelle sehr schlecht. Ich bin des öfteren ausgestiegen um an größeren Stufen kleine Steine
einzulegen.
Das ganze endete mit der Durchquerung eines kleinen, wasserführenden Wadis, ok es gab ein paar hundert Meter weiter auch ne Brücke, aber wer braucht das schon
 

     

   


In Boudnib haben wir es dann endlich geschafft Brot zu bekommen, danach sind wir gleich weiter auf die Piste gegangen. Der weitere Einstieg ist nicht schwer zu finden
(sieht aus wie eine riesige Landebahn), danach sind wir weiter nach GPS gefahren was uns leider in riesige Steinfelder gebracht hat, wir waren auch schon kurz vor dem
aufgeben, dann haben wir auch die Piste wieder gefunden und weiter ging es auf meißt gut und schnell zu befahrender Piste. Kleine Ausnahmen bestätigen natürlich die
Regel. Auf dem Bild links habe ich die Steine gestapelt um die Schräglage bei der Auffahrt zu verringern.
Beim campen sagt man zwar immer, man solle in nicht einsehbares Gelände verwenden, aber was macht man in einer riesigen Ebene deren höchste Erhebung ca. 50cm
hoch ist? An den wenigen Stellen mit Sand (die zum Schlafen bevorzugt werden) haben schon viele Touristen vor uns ihren Müll hinterlassen und mich würde mal
interessieren was sich solche Leute dabei denken.
Am nächsten morgen war dann ein Nomade da und wollte einen fossilen Fisch verkaufen. Nach dem Preis gefragt, erstes Gebot 30 Dirham, sofort nein gesagt, darauf
nächstes Gebot 5 Dirham, das auch genommen. Die Differenz der zwei Gebote war schon riesig, ich kann es mir nur so erklären, daß der Typ nur die zwei Zahlen kann.
 

     
 

Tag 7 - der nicht so gute Tag

Wir waren gerade unterwegs als auf einmal die Öldruckleuchte des "kleinen" Anfing zu leuchten. Anhalten und Bescherung kucken. Die Bremsleitungsverlegung des
Trailmasterfahrwerk hat bei einem heftigen Einfedern den Ölfilter aufgeschlitzt (wie kann so was ein TÜV Mustergutachten haben? Was testen die da?). Ersatz hatten wir
keinen dabei (geht ja normalerweise auch nicht kaputt) deshalb habe ich noch versucht es mit Panzerband zu tapen, hält aber nicht lang. Wenigstens hat der Patrol ein
schöne Stelle ausgesucht. Wir haben das Auto dann stehen lassen und sind mit meinem Richtung Westen gefahren (da liegt die Teerstraße) um einen Filter auftreiben (was
und nach einer Odyssee in Errachidia auch gelungen ist). Wegen Dunkelheit haben wir dann in Camping Source Bleue de Meski übernachtet.

         

 


Tag 8 - mit 2 Autos weiter nach Erfoud

Morgens wieder beim Auto, alles wieder zusammenbauen, die festen Leitungen alle so umbiegen daß bei kompletten Ausfedern die flexible Schlauch nicht reißt. Danach
übervorsichtig zur Teerstraße und auf dieser weiter nach Erfoud auf den Campingplatz. Muß man nicht hin, sehr lieblos, die einzige Attraktion ist der Hund



Tag 9 und 10 - Erfoud über Taouz nach Tagounite

Am morgen des Aufbruches haben wir noch eine "Fabrik" zur Herstellung von Fossilien besichtigt. Arbeitsbedingungen die eher als schlecht zu nennen sind, aber
handwerklich außergewöhnlich schöne Stücke

       

 

Wie auch immer, auf allen Campingplätzen hat man uns versichert daß die Strecke ohne Führer nicht zu machen sei. Entweder man verirrt sich Richtung Algerien und wird
erschossen oder verhaftet oder man bleibt in den Dünenfeldern hängen und verhungert oder verdurstet. Beides trifft nicht zu, es sei denn ich würde aus dem Jenseits
schreiben und das ist eher unwahrscheinlich. Die Landschaft ist sehr sehr schön, Navigation ist sehr einfach. Unterwegs gibt es immer wieder Kaffees

 

         

       

     

Am Ende der Etappe habe ich noch auftragsgemäß einige Geschenke abgegeben.


Tag 11 und 12 - Mhamid - Foum Zguid

Die Strecke ist am Anfang etwas versandet, aber problemlos zu fahren. Nach ca. 30km kommen einige Dünen die aber über eine sehr holprige Piste umfahren werden
können. Der Weg führt über den Lac Irikri, aus irgendwelchen Gründen haben wir das nicht an einem Tag geschafft und unterwegs gecampt.
Unterwegs habe ich festgestellt, daß die Radlager nicht genug Spannung haben, ließ sich aber leider nicht einstellen, da die Sicherungsschrauben nicht aufgingen. Deswegen
kurzer Besuch beim Dorfmechaniker von Foum Zguid der das mal eben gemacht hat.
 

         


Tag 12 und 13 - Foum Zguid nach Bou Jerif

Eigentlich wollten wir ja nach Tan-Tan, aber irgendwie waren uns die letzten 100km in der Dunkelheit zuviel, deshalb sind wir in Bou-Jerif eingekehrt. Die letzten 12km
geht es über Piste. Gem. Därr auch mit Vorsicht für Wohnmobile machbar, ob die damit die Plastikbomber meinen wo Hymer o.ä. draufsteht?

     


Tag 14 - Bou-Jerif - Tiznit

Interessante Gegend, normalerweise wenn man anhält rennen die Kinder ans Auto und schreien "Stilo", dort ist es genau umgekehrt, kein Mensch kommt auch einen zu
um Teppiche oder sonstiges zu verkaufen. Ich wollte nach dem Weg fragen, da in diesem Fall GPS nicht wirklich viel hilft, dutzende von Pisten gehen nach links und
rechts ab und mußte deshalb zu einem Bauern aufs Feld laufen, der mir dann in fast perfektem deutsch den Weg erklärt hat.

       

   

Die Piste geht am Atlantik entlang. In Tiznit auf dem Campingplatz haben wir dann zwei eher seltene Wohnmobile gesehen (die schaffen es auch nach Bou Jerif)

 


Tag 15 - Tiznit - Tafraoute

oder der Beweis daß Teerstraße auch interessant sein kann

         

Ein gutes Restaurant ist "Chez Sabir", sehr schön und gutes Essen ( steht nicht im Därr)

   


Tag 16 - Tafraoute - Agadez

Ich habe mal was für die Völkerverständigung getan und einen mangels Benzin liegen gebliebenen Renault abgeschleppt. Wir wurden daraufhin noch auf einen Tee
eingeladen. Dabei haben wir mal die in Heimarbeit entstehenden Teppiche bewundert. Man hätte die sehr gut gegen Aspirin, Peniclin und Kanister tauschen können
was wir aber leider nicht dabei hatten

 


Tag 17 - Agadez über Jbel Sahro nach Tinehir

Für mich das absolute Highlight des Urlaubes. Das finden richtigen Piste in Nekob ist ein wenig schwierig, danach geht es ca. 10km auf leidlich guter Piste nach oben,
dann kommen ca. 40km auf einem Hochplateau welches relativ dichtbesiedelt ist. Zum Ende kommt die Auffahrt zum Paß mit einer absolut unvergleichlichen Aussicht

       

       


Tag 18 - Ruhetag mit Werkstattbesuch

Da sich der Öl/Fett Austritt verstärkt hat habe ich mal wieder eine afrikanische Werkstatt besucht. Alles was man mit Schraubenschlüsseln beheben kann wird
weltmeisterlich erledigt. Alles wurde zerlegt, feinstsäuberlich gereinigt, die Kugel geschlifften und die Ablagerungen zu glätten die verhindern daß der Dichtring
glatt läuft, desweiteren wurde auf 3 Regulatorenblättchen an der Achsschenkelbolzen verzichtet, da die Lager nicht mehr ganz neu sind und es schon etwas
Spiel gab

       


Tag 19 - der 3-Wetter Tag

3-Wetter Taft hätte nicht geholfen, Regen in der Nacht und am  morgen, blauer Himmel und Sonnenschein bei der Überquerung der Passhöhe, Schnee auf der Nordseite des Atlas. Auf blauen Himmel und
Regen war ich ja vorbereitet, auf ersteres mehr, auf letzteres weniger aber mit Schnee habe ich nicht gerechnet. Die Nacht auf dem Campingplatz war saukalt und ich
habe mich sehr oft geärgert daß die Standheizung immer noch in der Garage liegt und nicht im Auto wo sie hingehört. Das ärgerliche war, daß ich nicht auf die Höhe geachtetet habe, Meknes wäre nur 50km weiter gewesen, aber 900m tiefer. Wenn also die Faustregel gilt, pro 100m 1 Grad Temperatur, dann wäre es Nachts nicht
um die 0 mit Regen gewesen sondern wahrscheinlich um die 10 Grad und ohne Regen (an dem Tag hat es in Meknes nicht gregnet), also total unnötig. Zum Glück bin ich ja meißt lernfähig und bin deshalb am Tag 20 nicht nach Ifrane (1700m) sondern nach Meknes gefahren.

       

       

Bild 3 obere Reihe zeigt wie unangenehm das fahren war, immer leicht glatt und nette Abgründe. Tempo 10 war angesagt.Auf dem Hochplateau  waren viele Wasserdurchfahrten die an der Oberfläche noch gefroren waren
 

Tag 20 - Fahrt nach Meknes

Meknes, eine der Königsstädte, die Zivilisation ist aber auch schon da. McDonals läßt grüssen (N33 53,55 W5 33,17), der Campingplatz liegt auch sehr reizvoll mitten in der Stadt. Für die, die mit Därrschen Wegbeschreibungen genau so viel anfangen können wie ich N33 53,27 W5 33,22. Die Laufentfernung zwischen beiden beträgt ca. 25 Minuten. Ich war abends in der Altstadt spazieren was wirklich nett ist.

 

Tag 21 - Meknes - Assilah

gibt nichts zu sagen, war simpelst Teerstraße und eine Verbindungsetappe


Tag 22 - Ende der Reise

Koordinaten des Hafens N35 47,13 W5 48,27. Vom Hafen aus kann man sehr schön auf Europa sehen.

   

Ankunft in Tanger, einschiffen, das war er, wie immer zu kurz, so viel was ich nicht gesehen habe

 

Noch ein paar Bilder meiner Lieblingsautos:

Ein 4 spuriger was auch immer, aller Räder so krumm das Ding konnte nicht gerade aus fahren, der Mercedes W123 in üblicher 7-fach Belegung, Schaftransporter (was sagt der Tierschutz), Rennpandas und ein "die Nase vorn haben" Transit